Die 1972 geborene Lex Vögtli, aus Dornach gebürtig, in Basel lebend, ist mit ihrem Schaffen in Solothurn keine Unbekannte. Erweist sie sich doch immer wieder neu als eine raffiniert operierende Geschichtenerzählerin. So wie jetzt mit den aufwändig collagierten, eigenwilligen Bildinszenierungen. Aus der Distanz betrachtet, erscheinen diese grossformatigen, farbleuchtenden Bildnisse wie textile oder exotisch-plakative Malereien. Aus der Nähe erkundet und intensiv gelesen, tun sich Welten auf: Mannigfaltigste Fragmente, Aus- wie Anschnitte, dicht über dicht bebildert und verknüpft, an- und ineinander geschichtet, formen diese Wimmelbilder der Kunst spannungsvolle, in sich schlüssig in Form und Farbe ausbalancierte Universen kultureller Metaebenen und Historien, Suchbilder oder Absurditäten, oder eben rein phantasievolle Intentionen. Sie sind ausschliesslich aus variationsreichen, vielfältigen Papierfragmenten komponiert und surreal inszeniert, ausgeschnitten aus vorgefundenen unterschiedlichsten Bildmitteln, Plakaten, Bildern, Zeichnungen, die Motive aus verschiedensten Lebensbereichen und Zeiten, Menschliches, Pflanzliches, Organisches umfassen.
Pawel Ferus' Installationen
Der in Basel lebende Pawel Ferus formuliert mit seinen Installationen etablierte Kunstbegriffe neu als freie und vieldeutige Formen, dabei immer leicht ironisch. Die Wandobjekte aus Acrylharz in Kaugummi-Rosa sind widersprüchlich-charmant, das schwarze Kreuz zeigt sich als rätselhafte Metapher. Das in weiss gehaltene Duo aus Acrylharz im Obergeschoss, eine angedeutete Figuration und ein Quader mit zentrischem Durchblick, beide auf einen Stuhl geschraubt, lassen die Betrachtenden rätseln, ob es sich um ein Stelldichein der besonderen Art handelt, oder ob einfach die Geometrie hinterfragt wird. Das konstruktivistische Moment erscheint spielerisch, bestätigt von einer eindeutigen handwerklich-schöpferischen Oberfläche. Pawel Ferus, 1973 in Polen geboren, hat in Solothurn die Matura, in Grenchen eine Steinbildhauerlehre, in Basel ein Studium der bildenden Kunst absolviert, lässt seine hintergründige Ironie besonders in der Bodeninstallation der auf Spielzeuggrösse reduzierten Bronze-SUV-Modelle wirken als eine muntere niedliche Käfertruppe. In den Variationen klassischer Büsten mit vorgefundenen Gipsmodellen, von Kopie zu Kopie modelliert, wird der ernste Denkmalcharakter zu grotesk süffisanten Szenarien transformiert.
Boris Billauds Landschaften
Der dritte im Bunde dieser geschickt arrangierten Ausstellung, Boris Billaud aus Zürich, hat sich der traditionellen Landschaftsmalerei als künstlerischer Herausforderung verschrieben. Mit Ölfarben auf Leinwand, einem intensiven Duktus, pastösem Farbauftrag, konzentrierter Farbgebung und stilistischen Elementen der klassischen Moderne, versteht er seine naturnahe Landschaftsmalerei als «Dorfchronik», als einen Ort vertrauter Erinnerungen – auch künstlerischer Werte – unvergänglicher Idyllen, als Wirkung des landschaftlichen Erlebens, vertraut in der Fiktion. Boris Billaud, 1968 in Winterthur geboren, verbrachte einige Jugendjahre in Solothurn, war unter anderem an der Jahresausstellung im Kunstmuseum Solothurn zu sehen.
Bis 15. Juni 2025. Öffnungszeiten: Mi + Do 16-19 Uhr, Sa + So 14-17 Uhr. Führung Sonntag, 1. Juni, 14 Uhr. Matinée, Sonntag, 1.6.,11 Uhr. Finissage, Sonntag, 15. Juni 14-17 Uhr






