Es sind Bilder der Melancholie und Kontemplation, die der gebürtige Bieler Künstler Diego Smaniotto in der Galerie Artesol präsentiert: Bäume, im lichten Naturraum für sich stehend, mit Tusche auf Papier filigran laviert, sensibel in der Farbgebung. Feine Zeichen einer vertrauten Natur lassen eine lyrische Wirklichkeit erahnen, mit Blättern wie Gold erinnern sie an subtile fernöstliche Malerei. Ein wenig fremd und doch authentisch, präzise sind diese Sinnbilder stiller Erhabenheit auch Ausdruck einer gleichnishaften Einsamkeit. Und die sich, wenn auch ausserhalb von Zeit und Raum, lesen lassen wie die Metapher einer entrückten, ewigen Natur.
Dieser stilisierten Natur in ihren zeitlosen Stimmungen stehen die Menschenbilder in Mischtechnik mit Acrylfarbe auf Leinwand gegenüber. Malerisch durchdrungene, gestisch verschachtelte, abstrahierte Unwirklichkeiten füllen den Bildraum zu fremdartig irrealen Bühnen. Dagegen führen in den grenzenlos erscheinenden, imaginären, ja unwirklichen Strandkulissen weich komponierte und kolorierte. metaphysische Aussichten in unberührte Weiten mit Sand, Meer, Himmel und Horizont. Der Mensch an sich – immer sind es zierliche Frauen als schattenhaft wahrnehmbare, verschwindend kleine, filigrane Silhouetten – scheint jeglicher Wirklichkeit, jeglichem Leben entrückt. Beim Blick in die Ferne, von den Betrachtenden weg gerichtet, wirkt das Menschliche in der übermächtigen Unendlichkeit fragil, auf sich, auf das Existentielle zurückgeworfen. Und doch sind diese verlassenen Szenen auch stille Momente der Besinnung zwischen Ewigkeit und Vergänglichkeit. Wie auch ein schlichter, kahler Baum in weiter Winterlandschaft als stiller Hüter der Zeit und des unendlichen Horizonts erscheint.
Der in Villeneuve lebende Diego Smaniotto kann auf eine 50-jährige Karriere als Künstler mit internationaler Ausstellungserfahrung zurückblicken. 1949 geboren, wurde der einstige Zeichenlehrer durch den Schweizer Maler, Zeichner und Kunstpädagogen Gottfried Tritten in die Kunst eingeführt und kann ein breites Spektrum der Inhalte und Darstellungsweisen vorweisen. Sein bildnerisches Schaffen ist geprägt von philosophischen Betrachtungen, inspiriert von klassischer Musik.
Die Ausstellung dauert vom 28. März - 25. April 2026





