Zum zweiten Mal zeigt Jacques Walther sein malerisches Schaffen in der Galerie Artesol und lässt wiederum die Betrachtenden eintauchen in die geheimnisvollen wie mehrschichtig ineinander fliessenden Beziehungen von Abstraktion und Figuration, von Farbe und Transparenz, intuitiver Leichtigkeit und gestischen Impulsen. Zeitlos sind diese Bildthemen, und sein gestalterischer Anspruch der Zeitlosigkeit begleitet seine Arbeiten von Anfang an als kreativer Orientierungspunkt.
Auch wenn sich seine neuen Inhalte seit 2024 von sichtbaren, gegenständlichen Formen befreit geben, wirkt in ihnen doch das figurativ Illustrierende – menschliche Momente, native Akte, körperliche Archetypen – früherer Arbeiten subtil präsent. So, als wenn das Figürliche sich als ideeller Gedanke ins Ungegenständliche erweitert, reine malerische Dimensionen annimmt.
«Oft habe ich beim Malen das Gefühl, dass sich hinter meinen Farben eine Welt verbirgt», sagt der Maler, «eine Welt, die an die Oberfläche der Leinwand drängt, und dass meine Aufgabe darin besteht, dieses ‹Unsichtbare› sichtbar zu machen. Kräfte des Lichts und des Schattens, der fröhlichen Lebendigkeit oder der strengen Strukturen, geheimnisvolle Kräfte, die unserer vertrauten Welt zugrunde liegen».
Und so präsentieren sich diese Inhalte in Acryl auf Leinwand als vielschichtig sich überlagernder Kompositionen miteinander wirkender, sich verdichtender und transparenter Farbformationen aus Licht und Schatten, Kontrasten und Harmonien. Prozesshaft aufgebaute, dann wieder intuitiv sich ergänzende malerische Topografien, die vieles ermöglichen, das Sehen erweitern, und doch offen, freie, reine malerische Aktion bleiben – mit dem Pinsel geschaffen sowie verschiedenen Tüchern aufgetupft, mit denen der Künstler diese Transparenzen und Texturen erzeugt. Und die feinstoffliche oder auch sichtbare Welten zu verbergen scheinen, imaginativ und spirituell durchlebt. Speziell in den schwarzgrauen Nuancierungen aus Oxide-Acryl, deren transluzente Wirkungen auf rätselhafte wie unergründlichen Szenarien anspielen.
Jacques Walther wurde 1951 in Marokko geboren und kam als Kind 1956 nach dem Tode des Vaters in die Schweiz nach Morges, wo er seine Schulausbildung absolvierte. Danach folgte das Gymnasium, anschliessend die Kunsthochschule in Lausanne, die er 1976 mit Diplom abschloss. Seit 1979 stellt der Künstler regelmässig aus, hauptsächlich in der französischsprachigen Schweiz, aber auch in anderen europäischen Ländern und gelegentlich in den Vereinigten Staaten. Jacques Walther, er lebt und arbeitet in Lausanne, ist nicht nur Maler und Skulpteur. Er ist zudem literarisch aktiv und bietet in seinem Atelier Jacques Walther in Lausanne, das hin und wieder auch als Ausstellungsort seiner Arbeiten dient, Workshops und Kunstkurse für Erwachsene an mit dem Ziel, eigene kreative Fähigkeiten zu entdecken und einen persönlichen Ausdruck zu entwickeln.
Die Ausstellung dauert vom 13. Juni bis zum 4. Juli 2026.



