Unter Upcycling versteht man eine sich allmählich durchsetzende Idee, alte oder kaputte Dinge, Abfallprodukte oder Müll zu neuen, wertvolleren Gegenständen umzugestalten. Dieses ebenso umweltfreundliche wie ausgesprochen kreative Konzept macht sich Urban Schärli als künstlerischen Ansatz für seine neuen Arbeiten zu eigen und schafft aus Plastikverpackungsmaterial originelle, vielgestaltige Masken-Gesichter.
Für diese ausgefallenen plastischen Wandobjekte verwendet der ausgebildete Primarlehrer mit Master in schulischer Heilpädagogik, 1960 in Luzern geboren und seit vielen Jahren in Zuchwil lebend, verschiedene dünne Kunststoffmaterialien, die er in einer Pfanne in durchaus komplexer Feinarbeit vorsichtig erhitzt, zusammen vermischt und verknetet, bis eine weiche, formbare Masse entsteht.
Selbst gestaltete Tonköpfe, aber auch Köpfe von Schaufensterpuppen oder von aus Holz geschnitzten Statuen dienen als Positivform. Mittels Gipsbändern kreiert er aus diesen Vorlagen die Negativformen, die er dann in die Plastikmasse presst und so zu variationsreichen Fantasiegestaltungen verwandelt. Wobei die Qualität der Plastikarten eine Rolle spielt, da diese untereinander reagieren, wie auch der Zufall den schöpferischen Prozess mit beeinflusst. Zudem verleihen dezente Farb- und Textspuren des Plastikmaterials der Imagination zusätzliche Effekte.
Jedes dieser Antlitze ist ein Unikat, dem Urban Schärli mit Künstleracryl ihren originären Charakter verleiht. Jede Physiognomie, jeder Wesenszug, jedes Mienenspiel ist anders anzusehen: magisch oder mystisch die einen, blicken andere wie kultische oder rituelle Masken den Betrachtenden entgegen, scheinen einem ursprünglichen Brauchtum oder antikem Theater entsprungen. Andere wiederum erscheinen fasnächtlich, genuin nativ, fremdartig oder irgendwie auch vertraut. Dezente Akzente mit Neonfarbe vertiefen die Mienen und ursprünglichen Attribute und verleihen zudem den Gesichtern im Dunklen etwas durchaus Magisch-Filmisches. Das alltägliche Wegwerfmaterial erweist sich hier als künstlerisch nachhaltige Besonderheit. Der Phantasie und Lesefreudigkeit sind keine Grenzen gesetzt und finden in den Aquarellen malerisch verfeinerte Varianten.
8. August – 29. August 2026, Raum für Kunst Löiegruebe Solothurn



