Kaum ein Künstler hat die Malerei der Moderne so sehr geprägt und inspiriert wie Paul Cézanne, der als einer der einflussreichsten Künstler des 19. Jahrhunderts mit seiner neuartigen wie meisterhaften Bildsprache, mit Licht, Farbe, Form und Raum die sichtbare Welt zu einer nachhaltigen Bilderkenntnis erweiterte.
Und so hat sich Martin Tresch, er ist mit seinem künstlerischen Schaffen in Solothurn durchaus kein Unbekannter, mit dem Künstler aus Aix-en-Provence bildnerisch auseinandergesetzt.
Ein Besuch der Cézanne-Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen, viele der Landschaftsbilder, die ganz spezielle Art des Malens, vor allem die typisch unterschiedlichen Ansichten des Mont Sainte Victoire lösten bei Martin Tresch, neben Begeisterung und Faszination, viele Erinnerungen aus. Erinnerungen an einen Malaufenthalt in Rustrel (Provence), an dem er 2011 teilgenommen hatte. Man malte im Stil von Cézanne mit frischen Pigmenten, es gab kunstgeschichtliche und malerische Vertiefungen. Ein prägendes wie bewegendes Erlebnis für den Solothurner Künstler mit Luzerner Wurzeln, der rund 20 Jahre als Eidg. Dipl. Drogist bis zu seiner Pensionierung sein eigenes Geschäft in Solothurn führte und erst über 50-jährig seine künstlerische Ausbildung an der Schule für Gestaltung in Bern abschloss.
Diese nachhaltigen Erinnerungen inspirierten Martin Tresch, die besonderen Landschaften und Bildstimmungen Cézannes auf seine eigene Art bildnerisch zu interpretieren und nachzuempfinden. Eindrücklich in der gestalterischen Ausdruckskraft vereint Martin Tresch hier das Subjektive und das Wirkliche der persönlichen Bildbetrachtungen, die Charakteristika der Cézanne`schen Landschaft mit der Freude und Kraft der ihm eigenen malerischen Kreativität.
Dabei ist Martin Tresch, im Februar diesen Jahres waren seine farbreichen «Erinnerungen an Südafrika» in der Galerie Artesol zu sehen, seiner unverkennbaren Bildsprache treu geblieben.
Mit einem expressiven, ja teils auch wuchtigen Farbauftrag, einem dynamischen bis eruptiv sich fügenden Pinselduktus und einer eher markanten Farbpalette reflektiert er die vertraute wie erinnerte Sicht auf Cézannes Impressionen als frei geführte Kompositionen und abstrahierte Geschehen einer intensiv ausgelebten malerischen Auseinandersetzung mit dem grossen französischen Künstler. Wobei der Mont Sainte-Victoire immer spürbar bleibt, nun einfach à la Martin Tresch.
Martin Tresch «Erinnerungen an Cézanne», 8.-29. August 2026, Galerie ArteSol, Mi, Do, Fr 14-18, Sa 11-17


